Sandra 19: „Ich wurde schwanger trotz Pille“

„Ich heiße Sandra und bin 19 Jahre alt, und ich möchte Euch meine Geschichte erzählen. Als ich 17 Jahre alt war, habe ich mich unsterblich verliebt. Er hieß Thomas und war der Frauenschwarm der ganzen Schule, er war ein Jahrgang über mir. Ich habe alles versucht um seine Aufmerksamkeit zu gewinnen, und endlich hat es geklappt. Bei einer Schulveranstaltung kamen wir uns näher und es „funkte“ sofort zwischen uns beiden. Die nächsten Wochen schwebte ich wie auf Wolken, ich sah die Welt durch eine rosarote Brille, und alles drehte sich nur um Thomas. Ich war so glücklich! Ich hatte alles im Griff, und damit ich ja nicht schwanger wurde, nahm ich schon seit längerer Zeit die Pille, es konnte überhaupt nichts schiefgehen. Eines Morgens wachte ich auf und es war mir speiübel, ich musste mich sofort übergeben. Zuerst dachte ich noch an eine Magenverstimmung, als es aber immer schlimmer wurde, ging ich zum Arzt. Dieser untersuchte mich und fragte mich dann, ob ich vielleicht schwanger sein könnte, dies stritt ich ab, schließlich nahm ich ja die Pille. Trotzdem überwies mich mein Hausarzt zum Gynäkologen, und dann kam das, womit ich nicht gerechnet hatte, ich war schwanger, trotz Pille. Ich sah den Arzt ungläubig an und fragte ihn, wie das nur passieren konnte. Er erklärte mir, dass die Pille zwar sehr sicher ist, aber eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht.

Ich war also schwanger, ich konnte es kaum fassen, wir hatten doch wirklich alles getan, damit dies nicht eintritt. Und jetzt? Was wird Thomas dazu sagen? Ich weiß nicht mehr, wie ich nach Hause gekommen bin. Meine Mutter merkte, dass etwas nicht stimmte, als ich zur Tür hineinkam. Als sie meine rotgeweinten Augen sah, fragte sie mich leise, ob ich ein Kind erwartete? Sie hatte ja die letzten Tage mitbekommen, dass mir ständig übel war und nun zwei und zwei zusammengezählt. Ich nickte nur und brach dann in Tränen aus. Meine Mutter schloss mich fest in ihre Arme, das tat so gut. Als ich endlich aufhörte zu weinen, fragte sie mich, wie es weitergehen soll. Ob ich das Kind behalten möchte, oder nicht? Diese Frage versetzte meinem Herzen einen großen Stich. Aber dann lächelte sie mich an und sagte mir, dass wir es gemeinsam schaffen würden, wenn ich es wollte. Ihre Worte machten mich so froh, und auch wenn das Baby nicht geplant war, abtreiben wollte ich es auf keinen Fall. Aber dann fiel mir Thomas ein, wie würde er reagieren? Ich hatte Angst ihn zu verlieren. Ich rief ihn an und bat ihn zu kommen, da ich ihm etwas Wichtiges sagen müsste. Dieses Gespräch verlief ganz anders als vermutet. Thomas schaute mich erst ungläubig an, aber dann sagte er, dass er zu mir und unserem Kind stehen würde. Er streichelte über meinen Bauch und murmelte dann ganz enttäuscht, dass er nichts spüren würde. Wieso bewegte sich denn da nichts? Ich versuchte ihm zu erklären, dass unser Kind noch zu klein ist und er noch etwas Geduld haben müsste.

Unsere Eltern unterstützten uns sehr, niemand machte uns einen Vorwurf, im Gegenteil. Sie ermutigten uns, unseren Weg konsequent weiterzugehen. So habe ich trotz Schwangerschaft noch die Schule beenden können. Ganz wichtig war Thomas, dass sein Kind auch seinen Namen trägt, und so hat er mich gefragt, ob ich seine Frau werden möchte. Damit hab ich überhaupt nicht gerechnet, aber voll Freude sagte ich Ja und so haben wir zwei Monate vor der Geburt unseres Sohnes geheiratet. Wir sind nun eine kleine Familie, Thomas hat sich entschieden vorerst nicht zu studieren, sondern erst eine Ausbildung zu machen, um Geld zu verdienen. Unser kleiner Sohn Felix ist mittlerweile schon 14 Monate alt und er ist wirklich unser ganzes Glück. Ich wurde schwanger trotz Pille, aber es hat sich für mich alles zum Guten gewendet.

Sandra“

 

So wie Sandra ist es bei ihrer Entscheidung noch vielen Frauen ergangen. Hier findest du noch weitere Erfahrungsberichte:

 

Katrin: “Ich hatte weder eine Schule noch eine Lehre abgeschlossen.”

Mel: ” Meine Mutter sagte – Hör auf dein Herz! – und das tat ich.”

Jessica: ”Egal wie schwer es scheint, man kann alles schaffen!”


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