Die Pflegefamilie – eine vorrübergehende Alternative

Wenn es einer Mutter in der momentanen Situation nicht möglich ist, ihr Kind selbst zu betreuen, kann sie das Kind einer Pflegefamilie anvertrauen. Diese kümmert sich um das Kind. Durch regelmäßige Besuche ist es für die leibliche Mutter auch möglich, mit dem Kind in Kontakt zu bleiben. Hier findest Du Antworten auf die häufigsten Fragen.

 

Was ist der Unterschied zwischen einer Pflegefamilie und einer Adoption?

 

Bei einer Pflegefamilie hat die leibliche Mutter normalerweise regelmäßigen Besuchskontakt. Je nach Vereinbarung sind das ca. 1-2 Stunden im Monat. Dadurch hat sie die Möglichkeit das Kind auch aufwachsen zu sehen, falls sie das möchte. Als leiblicher Elternteil ist man hier auch dazu verpflichtet, den Unterhalt des Kindes in Form von Alimenten mitzufinanzieren. Pflegefamilien werden für die Sicherstellung des Kindeswohls kontinuierlich vom Jugendamt kontrolliert. Für die Zukunft des Kindes ist es natürlich sehr hilfreich, wenn es seine leiblichen Eltern kennt und um die Umstände weiß, wodurch es ein Pflegekind geworden ist.
Bei einer Adoption gibt es diverse Abstufungen. Hier kann man zwischen geschlossener, halboffener und offener Adoption unterscheiden. Als leiblicher Elternteil übernimmt man aber im Falle einer Adoption keine Verpflichtungen mehr für das Kind.

 

Was sind die Voraussetzungen für Pflegefamilien?

 

Die Familie muss im Stande sein, dem Kind ein adäquates Lebensumfeld zu ermöglichen. Dazu gehören unter anderem, dass die Pflegefamilie in gesicherten Verhältnissen und in einer angemessen großen Wohnung lebt, um ein (weiteres) Kind aufnehmen zu können. Außerdem sollten Familien, die ein Pflegekind aufnehmen möchten, auch Freude am Zusammenleben mit Kind, Offenheit und Toleranz, genügend Zeit, körperliche und seelische Gesundheit sowie Belastbarkeit mitbringen. Es besteht auch die Möglichkeit, als Alleinerzieher ein Kind zu sich zu nehmen.

 

Wie oft kann man das Kind in der Pflegefamilie besuchen?

 

Meistens finden die Besuchskontakte am Jugendamt oder an einem neutralen Ort statt. Üblich ist ca. 1 Mal im Monat oder manchmal auch alle 3 Wochen.

 

Wie werden die Pflegefamilien geprüft?

 

Es gibt mehrere Gespräche am Jugendamt und die Sozialarbeiter machen Hausbesuche bei den zukünftigen Pflegeeltern. Man ist als angehende Pflegefamilie auch dazu verpflichtet, ein längeres Vorbereitungsseminar zu besuchen.

 

Was ist nötig, um das Kind zu einem späteren Zeitpunkt wieder zu sich zu nehmen?

 

Das ist im Prinzip nicht direkt möglich, außer es handelt sich dabei um eine Krisenpflege, d.h. die Mutter ist z. B. durch einen längeren Krankenhausaufenthalt verhindert, sich um ihr Kind zu kümmern und hat auch keine anderen Personen in ihrem Umfeld, welche das Kind in dieser Zeit zu sich nehmen könnten. Ist das Kind aber dauerhaft bei einer Pflegefamilie untergebracht, bleibt es auch dort, weil die Experten des Jugendamtes der Ansicht sind, dass es für das Kind nicht gut ist, seine Bezugspersonen ständig zu wechseln. Es geht in erster Linie um das Wohl des Kindes.

 

Wohin kann man sich wenden, wenn man sein Kind einer Pflegefamilie anvertrauen möchte?

 

An das zuständige Jugendamt.

 

Kann man sich die Pflegefamilie selbst aussuchen?

 

Natürlich besteht auch die Möglichkeit, seine Wünsche offenzulegen. Wünscht man sich z. B. eine christliche Familie für sein Kind, wird es, wenn möglich, auch berücksichtigt.